Was macht eine gute Führungskraft aus? Teil 2

was macht eine gute Führungskraft aus - Teil 2
von: Peg van Lou

Im ersten Teil dieses Beitrages hatte ich diese Frage so beantwortet: eine gute Führungskraft zeichnet sich dadurch aus, dass sie gute Führungsbeziehungen herstellt und aufrecht erhält. Weil Führungsbeziehungen eben Beziehungen sind, gelten für sie viele Merkmale, die für alle guten Beziehungen gelten. In Teil 1 habe ich einige beschrieben:

Sich interessieren.

Sich unterstützen.

Sich verlassen können.


In Teil 2 will ich nun weitere zwei ergänzen...

Geben und Nehmen

Dies ist wahrscheinlich die Goldwaage aller Beziehungen, egal in welchem Rollenkontext: wir müssen die Bilanz ziehen, dass das, was wir hineingeben, in einem fairen Verhältnis steht zu dem, was wir an Nutzen für uns herausziehen. Nicht unbedingt zu jedem Zeitpunkt, aber über die Zeit hinweg jedenfalls. Das klingt vielleicht unromantisch und irgendwie merkantil, aber so ist das Leben eben auch, und aus guten Gründen. Ich persönlich habe jedenfalls noch keine Beziehung gehabt oder bezeugt, die ein gutes Ende genommen hätte, wenn diese Balance auf Dauer nicht stimmte.

 

Wenn Sie zum Beispiel als vorgesetzte Person eines ganz offenbar müßigen Mitarbeiters immer und immer wieder Zeit und Gespräche und Fortbildungsmaßnahmen mit bescheidenem Erfolg darauf verschwenden, diesen Menschen zur Erledigung seiner Aufgaben zu motivieren, werden Sie irgendwann merken, dass Sie sich wie verhohnepipelt vorkommen. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass in Ihrer wie auch immer gut gemeinten Beziehungsaufnahme zu dieser Person etwas ganz gewaltig nicht stimmt, weil das Geben und Nehmen nicht stimmt: Sie legen sich ins Zeug, er nicht, und das ist auf Dauer nicht OK.

 

Andersherum, und wahrscheinlich sogar häufiger als der erste Fall, ist es so, dass Ihr Chef es völlig selbstverständlich findet, dass Sie ihm helfen erfolgreich zu sein: mitten in der Nacht noch Präsentationen für den nächsten Morgen, Erreichbarkeit und Strammstehen 24/7, unbedingte Loyalität mit ihm in der Kommunikation von allem möglichen Blödsinn nach unten und nach außen. Und Sie kriegen keine Anerkennung, nur Gemecker, und nicht die Unterstützung, die Sie brauchen, um Ihre Arbeit zu tun: ressourcenfreies Empowerment auf Kosten Ihres Nachtschlafes. Auch hier merken Sie, dass in der Beziehung mit Ihrem Chef, was das Geben und Nehmen angeht, etwas exorbitant nicht stimmt. Ihr Chef merkt davon nichts.

 

Die Herausforderung, wenn das Geben und Nehmen aus dem Gleichgewicht sind, ist: 


Lesen Sie hier weiter ...


Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, was eine gute Führungsbeziehung auszeichnet:

es steht in Tough Love.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0